Bohrungen für neuen Trinkwasserbrunnen

Der neue Waginger Brunnen ist jetzt bereits 37 m tief

Bohrungen sind damit zu Ende - In etwa drei Wochen beginnt ein intensiver Dauer-Pumpversuch

Trotz der ergiebigen Schneefälle in den letzten Wochen ist der neue Waginger Brunnen am so genannten Hägfeld, ganz in der Nähe der alten Brunnen, bis auf die endgültige Tiefe von 37 Metern gebohrt worden. Das dabei entstandene Loch misst 1,20 m im Durchmesser und wird derzeit von einem Stahlrohr in dieser Größe stabilisiert. In den nächsten Tagen wird hier ein kunststoffbeschichtetes Stahlrohr mit einem Durchmesser von 50 cm eingeführt. Im Anschluß werden dann die Zwischenräume zu dem größeren Rohr mit einem speziellen Rieselgranulat verfüllt und das 1,20er Rohr kann herausgezogen werden.

Dann ist die Brunnenbohrung eigentlich schon so gut wie abgeschlossen, was nicht heißt, dass die Baumaßnahme damit beendet wäre. Es müssen noch das Brunnenhäuschen errichtet und die endgültige Pumpstation installiert werden. Die Verlegung einer Rohrleitung zur Anbindung an das bestehende Versorgungsnetz und die Einrichtung der Steuer- und Regeltechnik mit Anbindung an den Hochbehälter ist dann ebenfalls noch erforderlich. Im Rahmen der Erschließung des neuen Brunnens steht dann nicht zuletzt auch noch die Ausweisung eines neuen Schutzgebietes an, dessen Ausmaße sich erst noch ergeben werden. Ein großer Teil des neuen Schutzgebietes wird aber sicher mit dem bereits vorhandenen Gebiet des Brunnen II abgedeckt werden können. Bürgermeister Sepp Daxenberger, der sich jetzt zusammen mit dem Leiter der Gemeindewerke Heinrich Thaler und dem von der Gemeinde beauftragten Ingenieur Dr. Thomas Schott an der Baustelle vom Bohrmeister Klaus Müller informieren ließ, rechnet frühestens im Frühjahr 2006 damit, dass der neue Brunnen dann auch wirklich in Betrieb genommen werden kann. Dies wird vorerst aber nur im Rahmen einer beschränkten Erlaubnis möglich sein, da die endgültige Genehmigung für das Schutzgebiet sicher einige Jahre in Anspruch nehmen wird.

An der Baustelle jedoch gehen die Arbeiten zügig weiter. Das sogenannte Filterrohr mit dem kleineren Durchmesser wird jetzt dann eingebracht werden, der Riesel wird eingefüllt, das große Rohr danach wieder herausgezogen. Während das 1,20 m-Rohr bis in eine Tiefe von 37 Metern in die Erde gebohrt wurde, wird das 50 cm-Rohr nur bis in eine Tiefe von etwa 32 m verlegt, da sich die wasserführenden Kiesschichten im Bereich zwischen 17 m und 30 m befinden. Man hat, wie bereits aufgrund der Versuchsbohrungen erwartet, ein äußerst ergiebiges Wasservorkommen angetroffen. Die ursprünglichere tiefere Bohrung war, wie Ingenieur Dr. Thomas Schott erläutert, deswegen notwendig, um die Beschaffenheit des Materials in diesem Bereich für die Anfertigung der erforderlichen Gutachten zu eruieren.

Wenn all diese Arbeiten jetzt dann fertig sind, also etwa in drei Wochen, wird über eine Woche hinweg ein Dauerpumpversuch unternommen, um die Auswirkungen der Wasserentnahme auf den Grundwasserstand herausfinden zu können. Dies ist erforderlich, um dann den Einzugsbereich zu ermitteln und die Ausdehnung des notwendigen Schutzgebietes festlegen zu können. Diese Pumpversuche werden noch um einiges intensiver sein als die ursprünglichen Pumpversuche, mit denen die Ergiebigkeit des neuen Brunnens geprüft wurde, ehe dann der Gemeinderat für die Bohrung den endgültigen Beschluss gefasst hatte. Gleichzeitig werden auch umfangreiche Laboruntersuchungen zur Qualität und Zusammensetzung des Wassers durchgeführt.

Das hier heraufgepumpte Wasser wird über ein großes Rohr in Richtung Postkellerberg gepumpt und von da aus über ein unter der Staatsstraße durchführendes Rohr direkt in den Höllenbach gepumpt werden. Diese Ableitung ist erforderlich, um nicht durch eine Untergrundeinleitung in der Nähe der Bohrstelle den Grundwasserstand zu beeinflussen und dadurch die Ergebnisse der Auswertung an den Messstellen hinsichtlich der Grundwasserabsenkung zu verfälschen.

Wenn alles wie vorgesehen klappt und auch die Absenkung des Grundwassers im erwarteten Bereich liegt, dann könnten in Absprache mit den zuständigen Behörden die weiteren Baumaßnahmen begonnen werden. In Waging jedoch ist man sehr zuversichtlich, dass im Jahr 2006 die Versorgung wieder zum großen Teil mit eigenem Wasser geschehen kann. Bisher werden ja etwa 60 Prozent von der Otting-Pallinger-Gruppe zugekauft.

März 2005 F.R.


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